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    Mein Gesundheitsweg: Warum ich meinem Körper früh vertrauen gelernt habe

    Geschätzte Lesedauer: 13-16 Minuten


    Ich bin gesund.

    Aber ich bin nicht unverwundbar, nicht perfekt und auch nicht frei von Krankheit aufgewachsen.

    Ich wurde weder als Baby noch als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener geimpft. Pharmazeutische Medikamente spielten in meiner Kindheit kaum eine Rolle. Trotzdem hatte ich Windpocken, Scharlach, längere Fieberphasen, über Jahre starken Heuschnupfen und zwischen meinem 13. und 15. Lebensjahr ausgeprägte Ekzeme.

    Später kamen andere Themen hinzu.

    Mit ungefähr 16 Jahren hatte ich ein starkes Aggressionsproblem. Zwischen 18 und 20 erlebte ich depressive Phasen, mit 20 entwickelte ich ein problematisches Verhältnis zu Alkohol und Anfang 20 folgte ein Burn-out.

    Mein Gesundheitsweg ist deshalb keine Geschichte darüber, dass ein bestimmter Lebensstil jeden Menschen vor Krankheit schützt.

    Er ist auch keine Geschichte darüber, dass ich immer alles richtig gemacht hätte.

    Es ist die Geschichte eines Menschen, der früh lernte, den eigenen Körper ernst zu nehmen, später trotzdem den Kontakt zu sich verlor und sich diesen Kontakt Schritt für Schritt zurückerarbeiten musste.

    Heute verstehe ich Gesundheit nicht als Abwesenheit von Krankheit.

    Gesundheit bedeutet für mich, mit meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele in Beziehung zu stehen – auch dann, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

    Wie meine Mutter mit Krankheit umging

    Wenn mein Bruder oder ich als Kinder krank waren, lag die Verantwortung zunächst fast vollständig bei meiner Mutter.

    Sie beobachtete uns genau.

    Sie achtete darauf, wie wir schliefen, wie viel Energie wir hatten, wie sich unsere Symptome entwickelten und ob sich unser gesamter Zustand veränderte.

    Wenn ich nach mehreren Tagen Bettruhe wieder unruhig wurde, aufstehen und etwas machen wollte, war das für sie meistens ein gutes Zeichen. Meine Energie kehrte zurück. Es war Besserung in Sicht.

    Bei Erkältungen, Fieber oder anderen Beschwerden gehörten Hausmittel zum Alltag.

    Dampfbäder, Solelösungen, Salbeitee, viel Flüssigkeit und vor allem sehr viel Ruhe.

    Nicht alles davon war über Generationen überliefertes Familienwissen. Manches recherchierte meine Mutter selbst und probierte aus, was für uns sinnvoll erschien.

    Vor allem aber sprach sie mit mir.

    Sie fragte nicht nur, wo es wehtat oder wie hoch das Fieber war. Sie wollte wissen, wie es mir in meinem Leben ging, was ich gerade erlebte und ob mich etwas belastete.

    Sie sprach dabei nicht ausdrücklich von seelischen Ursachen.

    Für sie war es selbstverständlich, dass ein kranker Mensch nicht nur aus Symptomen besteht.

    Homöopathie, schamanische Arbeit und ärztlicher Rat

    Wenn meine Mutter unsicher war, konsultierte sie eine Heilpraktikerin und Homöopathin, die gleichzeitig schamanisch arbeitete.

    Diese Frau begleitete und beriet unsere gesamte Familie. Sie betrachtete nicht nur ein einzelnes Symptom, sondern den Menschen und sein Umfeld.

    In ungefähr neun von zehn Fällen entschied und handelte meine Mutter selbst. Wenn eine Krankheit ungewöhnlich lange dauerte oder sie nicht mehr weiterwusste, suchte sie zusätzlich ärztlichen Rat.

    Das kam beispielsweise vor, wenn ich über mehrere Wochen Fieber hatte oder eine Erkrankung einfach nicht abklingen wollte.

    Diese Arztbesuche erlebten wir allerdings häufig als ernüchternd.

    Aus unserer damaligen Perspektive wurde wenig nach meinem gesamten Zustand, meinem Alltag oder meinem seelischen Befinden gefragt. Meistens stand relativ schnell die Empfehlung eines Medikaments im Raum.

    Meine Mutter hatte danach selten das Gefühl, wirklich mehr über die Ursache oder den Verlauf meiner Erkrankung verstanden zu haben.

    Die ärztlichen Empfehlungen setzte sie deshalb meistens nicht um.

    Rückblickend sehe ich darin zwei Seiten.

    Einerseits wurde ich früh darin geprägt, Krankheit nicht sofort abzugeben. Meine Mutter beobachtete, recherchierte, fragte nach und übernahm Verantwortung.

    Andererseits weiß ich heute, dass auch eine starke eigene Haltung nicht bedeutet, jede Entwicklung allein beurteilen zu können. Medizinische Diagnostik kann besonders bei schweren, ungewöhnlichen oder lang anhaltenden Verläufen notwendig sein.

    Der Arzt war in meiner Familie jedoch nie automatisch die erste und einzige Instanz.

    Krankheit bedeutete bei uns vor allem Ruhe

    Krank zu sein bedeutete in meiner Kindheit nicht, das Symptom möglichst schnell zu unterdrücken, damit ich wieder funktionieren konnte.

    Es bedeutete zunächst, mich hinzulegen.

    Zu schlafen.

    Wenig zu tun.

    Mich versorgen zu lassen.

    Und abzuwarten, wie mein Körper mit der Situation umging.

    Manche Krankheiten waren nach wenigen Tagen vorbei. Andere waren zäh und dauerten drei oder vier Wochen. Gerade meine Ekzeme begleiteten mich über einen langen Zeitraum.

    Das war nicht angenehm.

    Aber ich lernte dadurch früh, dass der Körper seinen eigenen zeitlichen Verlauf besitzt.

    Er folgt nicht zwangsläufig unserem Stundenplan, unseren Erwartungen oder dem Wunsch, möglichst schnell wieder leistungsfähig zu sein.

    Diese Erfahrung prägt meine heutige Haltung bis heute.

    Mein Körper war krank – aber er war nicht das einzige Problem

    Lies auch meinen Artikel „Körperarbeit und Selbstführung: Warum mein Körper oft früher Bescheid weiß als mein Verstand“

    Mit Beginn meiner Jugend wurden meine gesundheitlichen Themen komplexer.

    Zwischen ungefähr 13 und 15 Jahren hatte ich starke Ekzeme. Über viele Jahre litt ich unter ausgeprägtem Heuschnupfen.

    Gleichzeitig verbrachte ich einen Großteil meiner Tage in Schulgebäuden.

    Je länger meine Schulzeit dauerte, desto unglücklicher wurde ich.

    Ich sah immer weniger Sinn in dem Weg, der uns als gutes und normales Leben vermittelt wurde: Schule, Studium, Beruf, Leistung, Familie, Rente – und dazwischen möglichst gut funktionieren.

    Nach außen wirkte vieles vielleicht noch geordnet.

    Innerlich wurde ich zunehmend unruhig, wütend und leer.

    Mit etwa 16 Jahren hatte ich ein Aggressionsproblem. Ich trug viel Zorn und ungelebte Energie in mir, ohne zu wissen, wohin damit.

    Später folgten depressive Phasen, ein problematischer Umgang mit Alkohol und schließlich ein Burn-out.

    Ich war nicht deshalb krank, weil mein Körper versagt hatte.

    Mein Körper zeigte, was ich innerlich längst nicht mehr tragen konnte.

    Heuschnupfen und meine ungelebte Freiheit

    Meinen Heuschnupfen verbinde ich rückblickend sehr stark mit meiner damaligen Lebensweise.

    Ich verbrachte als Kind und Jugendlicher unzählige Stunden in Kindergärten, Klassenzimmern und geschlossenen Gebäuden, obwohl ein großer Teil von mir draußen sein, sich bewegen und Natur und vorallem das Leben unmittelbar erleben wollte.

    Für mich war der Heuschnupfen deshalb nicht nur eine körperliche Reaktion.

    Er war auch ein Zeichen ungelebter Freiheit.

    Das ist meine persönliche Deutung meiner eigenen Geschichte. Sie muss nicht auf einen anderen Menschen übertragbar sein.

    Meine Beschwerden verschwanden in einer Lebensphase, in der ich immer mehr Zeit in der Natur verbrachte, regionalen Honig verwendete, MSM ergänzte und Wildpflanzen aus meiner Umgebung regelmäßig in meine Ernährung integrierte.

    Für mich ist dieser Zusammenhang eindeutig.

    Ich weiß, wie ich mich damals gefühlt habe, und ich weiß, wie ich mich heute fühle.

    Gleichzeitig würde ich daraus keine allgemeingültige Anleitung für andere Menschen ableiten. Ein anderer Mensch kann ähnliche Beschwerden haben und einen vollkommen anderen Weg benötigen.

    Mein Gesundheitsweg ist mein Gesundheitsweg.

    Der Suizid meiner Tante wurde zu einem Wendepunkt

    Im Jahr 2018 starb meine Tante durch Suizid.

    Sie hatte ungefähr 30 Jahre lang mit der Erfahrung gelebt, ihre eigene Mutter nach deren Suizid gefunden zu haben.

    Innerhalb der Familie konnte sie über diese Erfahrung kaum sprechen. Dazu kamen weitere belastende und herausfordernde Lebensumstände.

    Ihr Tod hat mich tief geprägt.

    Nicht nur aufgrund der Trauer, sondern weil ich erkannte, was unausgesprochener Schmerz über Generationen hinweg bewirken kann.

    Psychische Gesundheit ist nicht von körperlicher Gesundheit zu trennen.

    Was nicht ausgesprochen, gefühlt oder verarbeitet werden kann, verschwindet nicht zwangsläufig. Es kann Beziehungen, Entscheidungen und ganze Familienlinien prägen.

    In meiner direkten Generation gibt es keine weiblichen Nachkommen, sondern ausschließlich Männer.

    Ich bin einer dieser Nachkommen.

    Nach dem Tod meiner Tante traf ich eine bewusste Entscheidung: Das Wissen, das ich im Laufe meines Lebens erfahren und entwickeln würde, möchte ich weitertragen – auch dann, wenn ich dafür Gegenwind bekomme.

    Ich begann meine Arbeit nicht, weil ich glaubte, bereits alle Antworten zu besitzen.

    Ich begann sie, weil ich nicht länger schweigen wollte.

    Lies auch meinen Artikel „Warum ich Menschen nicht mehr sage, wie sie leben sollen“

    Es gab nicht den einen Wendepunkt

    Mein Heilweg begann nicht an einem einzigen Tag.

    Es gab keinen magischen Moment, nach dem plötzlich alles anders war.

    Der Tod meiner Tante war ein entscheidender Einschnitt. Aber davor lagen bereits 13 Jahre Schulzeit, in denen ich mit jedem Jahr unglücklicher geworden war.

    Ich sah eine Gesellschaft, in der Menschen funktionieren, leisten und sich anpassen sollten, während viele von ihnen innerlich erschöpft, körperlich krank oder seelisch orientierungslos waren.

    Das war nicht das Leben, das ich führen wollte.

    Mit ungefähr 21 begann ich deshalb, meinen Weg bewusster selbst zu gestalten.

    Ich reiste aus eigener Initiative nach Peru, Nicaragua, Mexiko und Indonesien. Ich lernte unterschiedliche Menschen, Kulturen, Heilweisen und Lebensvorstellungen kennen.

    Ich beschäftigte mich intensiv mit Yoga, Meditation, Atemarbeit, Bewegung, Naturverbindung und einer vitalstoffreichen Ernährung.

    Diese Reisen haben mich geprägt.

    Aber keine Reise hat mich allein geheilt.

    Lies auch meinen Artikel „Was Schamanismus für mich wirklich bedeutet“

    Warum einzelne Maßnahmen nicht ausreichten

    Es hat nicht gereicht, einfach nur Yoga zu machen.

    Es hat nicht gereicht, ausschließlich auf meine Ernährung zu achten.

    Es hat nicht gereicht, eine weite Reise anzutreten oder eine bestimmte Übung auszuführen.

    Auch die Empfehlung eines anderen Menschen konnte mir meinen eigenen Weg nicht abnehmen.

    Der größte Irrtum war für mich die Vorstellung:

    „Ich mache jetzt diese eine Sache, und dann wird schon alles gut.“

    Ein individueller Heilweg besteht meistens aus vielen kleinen Entscheidungen.

    Er verlangt Energie, Geduld und vor allem Mut.

    Den Mut, die eigene Lebensweise zu hinterfragen.

    Den Mut, vertraute Beziehungen und Gewohnheiten anders zu betrachten.

    Den Mut, nicht nur an einem einzelnen Tag etwas zu verändern, sondern eine neue Haltung tatsächlich in das Leben zu integrieren.

    Ganzheitliche Gesundheit bedeutet für mich nicht, möglichst viele Methoden gleichzeitig anzuwenden.

    Sie bedeutet, mich selbst wieder als ganzen Menschen zu erkennen.

    Als Körper, Geist und Seele. (Entdecke meine kostenlose Lebens-Bibliothek – hier entlang)

    Als Mensch mit einer Geschichte, mit Beziehungen, Ängsten, Bedürfnissen, Verletzungen und einer natürlichen Umgebung.

    Heilung braucht Handlungsfähigkeit

    Viele Menschen wissen bereits sehr viel über Gesundheit.

    Sie wissen, dass Bewegung sinnvoll ist. Sie wissen, dass Schlaf wichtig ist. Sie wissen, dass dauerhafter Stress belastet und dass eine nährstoffreiche Ernährung den Körper unterstützt.

    Aber Wissen allein verändert noch kein Leben.

    Ich habe in meiner Arbeit viele Menschen erlebt, die über Jahre oder Jahrzehnte mit Krankheiten lebten und erst begannen, grundlegend etwas zu verändern, als der Schmerz kaum noch auszuhalten war.

    Vorher hieß es oft:

    „Das ist eben so.“

    „Damit muss ich leben.“

    „Daran kann man nichts machen.“

    Manchmal ist eine Krankheit tatsächlich nicht einfach auflösbar. Nicht jeder Zustand verschwindet, nur weil ein Mensch seinen Lebensstil verändert.

    Aber auch dann bleibt die Frage, wie wir mit der Situation umgehen und welche Verantwortung noch bei uns liegt.

    Heilung bedeutet für mich nicht zwangsläufig, dass jedes Symptom verschwindet.

    Heilung bedeutet Ganz-Werdung.

    Und Ganz-Werdung verlangt Handlungsfähigkeit.

    Meine heutige Haltung zur modernen Medizin

    Ich lehne nicht alles ab, was moderne Medizin hervorgebracht hat.

    Wenn ich mir ein Bein breche, bin ich froh, dass es Chirurgen, bildgebende Diagnostik und Möglichkeiten gibt, Knochen, Muskeln oder Gewebe zu versorgen.

    Insbesondere in der Unfall- und Akutmedizin sehe ich große Errungenschaften.

    Den pharmazeutischen Bereich betrachte ich dagegen ausgesprochen kritisch.

    Ich sehe ein System, in dem wirtschaftliche Interessen, Forschung, Vermarktung und Behandlung eng miteinander verbunden sind.

    Meine persönliche Bewertung ist sehr deutlich:

    „Der größte Teil der synthetischen Medizin ist ökonomisch sinnvoll, für Menschen hingegen sinnbefreit. Die stärksten Medizinmittel stammen direkt aus der Natur. Aber weil damit kein Geld verdient werden kann, wird es vor der breiten Masse verheimlicht oder sogar illegalisiert und mit eigens erstellten Studien werden Pharmaka vermarktet. Die Menschheit wird bewusst gesteuert, um krank zu werden und krank zu bleiben. Und da kann nur jeder für sich selbst Verantwortung übernehmen.“

    Lies auch meinen Artikel „KI, Pharma, Geld und Macht“

    Damit sage ich nicht, dass jeder Arzt oder jeder Mensch in einem medizinischen Beruf schlechte Absichten hat.

    Im Gegenteil.

    Es gibt hervorragende Ärzte, Pfleger, Therapeuten und andere Fachkräfte, die aufrichtig helfen wollen und täglich wichtige Arbeit leisten.

    Kritisch sehe ich die Strukturen, in denen sie arbeiten.

    Ich widerspreche auch der Vorstellung, medizinisch relevantes Wissen müsse ausschließlich aus der modernen wissenschaftlichen Medizin stammen.

    Menschen haben sich seit Jahrtausenden mit Pflanzen, Nahrung, Ruhe, Berührung, Bewegung, Gemeinschaft und natürlichen Heilmitteln begleitet.

    Dieses Erfahrungswissen ist nicht automatisch wertlos, nur weil es sich nicht vollständig standardisieren oder patentieren lässt.

    Für mich liegt ein grundlegender Irrtum darin, den Menschen auf einzelne Wirkstoffe, Messwerte und Symptome zu reduzieren.

    Der Mensch ist ein mit der Natur zusammenhängendes komplexes Wesen.

    Warum ich meine Gesundheit nie vollständig abgebe

    Bei gewöhnlichen Beschwerden ist ein Arzt für mich nie die erste Ansprechperson.

    Ein Arzt kennt zunächst weder meine Ernährung noch meinen Schlaf, meine seelische Situation, meine Beziehungen oder die Ereignisse, die meinem Zustand vorausgegangen sind.

    Im üblichen Praxisalltag fehlt häufig die Zeit, all diese Ebenen ausführlich zu betrachten.

    Deshalb beobachte ich mich zuerst selbst.

    Ich frage mich:

    Was ist in den vergangenen Tagen oder Wochen geschehen?

    Wie habe ich geschlafen?

    Wie habe ich gegessen?

    Wie hoch war meine Belastung?

    Was hat mein Körper vorher bereits gezeigt?

    Was brauche ich gerade wirklich?

    Das bedeutet nicht, dass ich Diagnostik in jeder Situation ausschließe. Bei schweren Verletzungen, ungewöhnlichen Symptomen, akuten Notfällen oder lang anhaltenden und sich verschlechternden Verläufen kann professionelle medizinische Hilfe wichtig sein.

    Aber ich gebe meine Wahrnehmung und meine Entscheidung nicht an der Praxistür ab.

    Meine Gesundheit bleibt meine Verantwortung.

    Wie gesund ich heute tatsächlich bin

    Mein Heuschnupfen ist vollständig verschwunden.

    Ich habe keine Ekzeme mehr. Die Kinderkrankheiten liegen lange hinter mir.

    Hin und wieder entstehen kleine Pickel oder minimale Hautirritationen an einzelnen Körperstellen, wenn ich über längere Zeit starkem Stress ausgesetzt bin.

    Diese Anzeichen nehme ich heute sehr ernst und sehr früh wahr.

    Mein Körper wird schwächer. Ich fühle mich weniger kraftvoll. Mein Denken wird schwerer und ich merke auch seelisch, dass Lebensfreude und Energie nachlassen.

    Früher hätte ich diese Signale möglicherweise übergangen.

    Heute weiß ich:

    Mein Körper fordert eine Veränderung.

    Natürlich habe ich gelegentlich einen Infekt oder Fieber. Dann lege ich mich normalerweise für einige Tage hin, ruhe mich aus und gebe meinem Körper die Zeit, die er benötigt.

    Ich nutze außerdem pflanzliche Zubereitungen, die ich selbst herstelle und deren Anwendung ich über Jahre praktisch kennengelernt habe.

    Dieses Pflanzenwissen ist für mich kein oberflächliches Wissen, das sich über Nacht aus einem Buch übernehmen lässt.

    Pflanzen wachsen je nach Boden, Klima, Standort und Jahreszeit unterschiedlich. Wer sie verwenden möchte, muss seine Umgebung kennenlernen.

    Wann wächst eine Pflanze?

    Wo wächst sie?

    Wann wird sie gesammelt?

    Wie verändert sie sich im Jahresverlauf?

    Und wie reagiert mein eigener Körper darauf?

    Ich glaube, dass jeder Ort Pflanzen hervorbringt, zu denen die dort lebenden Menschen eine Beziehung entwickeln können.

    Diese Beziehung braucht Zeit.

    Gesundheit ist nicht einfach – aber auch nicht beliebig kompliziert

    Gesundheit wird häufig deshalb so komplex, weil versucht wird, etwas zutiefst Individuelles auf alle Menschen zu übertragen.

    Dann entstehen allgemeine Vorstellungen davon, was jeder essen, wie jeder trainieren und wie jeder mit einer bestimmten Krankheit umgehen müsse.

    Aber es gibt natürlich Grundlagen, die für uns alle gelten.

    Wir sind Natur.

    Wir müssen atmen.

    Wir brauchen Nahrung und Wasser.

    Wir brauchen ausreichend Schlaf und Bewegung.

    Und ein Leben in permanentem Stress und Überlebensmodus bleibt nicht folgenlos. Ebenso der ständige Aufenthalt in geschlossenen Räumen hinterlässt viele Spuren im Körper.

    Trotzdem ist kein Mensch mit einem anderen vollkommen identisch.

    Zwei Menschen können dieselbe Diagnose haben und dennoch unterschiedliche Lebensgeschichten, Belastungen, Beziehungen, Ressourcen und Bedürfnisse mitbringen.

    Eine Krankheit besitzt bspw. Ähnlichkeiten zu anderen Krankheitsverläufen.

    Aber sie wird immer von einem individuellen Menschen erlebt.

    Deshalb gibt es für mich bei jedem Menschen letztlich nur einen Heilweg:

    seinen eigenen.

    Mein Körper ist heute mein frühestes Warnsystem

    Ich sehe meinen Körper nicht als Maschine, die möglichst störungsfrei funktionieren soll.

    Er ist mein frühestes Warnsystem.

    Er zeigt mir, wenn ich mich überfordere, wenn ich mich verliere oder wenn ich meine eigenen Bedürfnisse übergehe.

    Durch Körperarbeit, Atemarbeit, Naturverbindung und viele Jahre bewusster Beobachtung habe ich gelernt, diese Zeichen früher wahrzunehmen.

    Das bedeutet nicht, dass ich nie mehr krank werde.

    Es bedeutet, dass ich mich nicht mehr so lange von mir selbst entferne.

    Wenn ich aus dem Gleichgewicht gerate, finde ich heute schneller zurück.

    Genau das ist für mich Gesundheit.

    Lies auch meinen Artikel „Was Atemarbeit für mich wirklich bedeutet“

    Fazit: Mein Gesundheitsweg ist keine Anleitung

    Mein Weg begann nicht erst mit Yoga, Reisen oder einer Ausbildung.

    Er begann in meiner Kindheit.

    Mit einer Mutter, die genau hinsah.

    Mit Krankheit, Ruhe, Gesprächen und der frühen Erfahrung, dass der Körper nicht mein Gegner ist.

    Später verlor ich diesen Kontakt trotzdem.

    Ich wurde aggressiv, depressiv, erschöpft und abhängig von Alkohol. Ich suchte im Außen nach Sinn und musste irgendwann erkennen, dass keine einzelne Reise, Methode oder Empfehlung meine Verantwortung übernehmen konnte.

    Der Tod meiner Tante zeigte mir, wie tief unausgesprochener Schmerz in einer Familie wirken kann.

    Meine Reisen und meine Arbeit mit Körper, Atem, Ernährung, Pflanzen und Natur halfen mir, eine neue Beziehung zu mir selbst aufzubauen.

    Lies auch meinen Artikel „KI, Pharma, Geld und Macht: Warum uns am Ende nur die Natur erhalten wird“

    Nicht von heute auf morgen.

    Und nicht durch eine einzige Methode.

    Mein Gesundheitsweg ist keine Anleitung für andere Menschen.

    Er ist ein Beispiel dafür, was möglich wird, wenn ein Mensch beginnt, sich selbst wieder zuzuhören.

    Gesundheit bedeutet für mich heute nicht, niemals krank zu sein.

    Sie bedeutet, meinen Körper ernst zu nehmen, meine seelischen und geistigen Zustände nicht von ihm zu trennen und meine Verantwortung nicht vollständig an andere Menschen oder Institutionen abzugeben.

    Ich bin gesund.

    Nicht, weil in meinem Leben nie etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

    Sondern weil ich gelernt habe, früher zu bemerken, wenn ich mich von mir selbst entferne – und weil ich heute weiß, wie ich wieder zurückfinde.


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